Brief 17: Was wir von JournalistInnen lernen können

Liebe Schreib-Fans,
letzte Woche hatten wir im TIP eine super-spannende Session mit KURIER-Journalist und writers´studio-Trainer Dominik Sinnreich. Die Frage war: Was können Nicht-JournalistInnen für ihr berufliches Schreiben vom Journalismus lernen? Die Antwort: selbstverständliche Team-Arbeit und bewusstes Prozess-Denken!

bild_leonhartsbergerAuch in unserem Seminar „Journalistisches Schreiben für Nicht-JournalistInnen“ mit ORF online-Redakteurin Simone Leonhartsberger geht´s darum: die „Denke“ der JournalistInnen von innen heraus zu verstehen:
Story, News-Wert, Aufhänger, Rubriken etc. Nur dann kann man/frau auch gut mit JournalistInnen zusammenarbeiten (zB. für PR).

Aber eins nach dem anderen:
1.    Teamarbeit: Dominik erzählte am Samstag von einem normalen Tag in der Redaktion. Erstaunlich, wie fast alles im Team gemacht/gedacht/ geschrieben/umgeschrieben/lektoriert/gekürzt wird! Die gemeinsame Ideenfindung in der Redaktionssitzung, die Recherche wird oft unter mehreren aufgeteilt. Und, wenn dann eine erste fertige Version des Textes da ist, d.h. auf einem elektronischen Seiten-Layout sichtbar ist, dann beteiligen sich die KollegInnen am Überarbeiten, jeder bei jedem, ganz normal. Der Chef gibt Feedback, will womöglich noch was ganz umgeschrieben oder nun doch kürzer oder länger, weil irgendeine andere Story hineinfunkt hat oder ausgefallen ist. Ganz schön stressig… Und so anders als das normale Schreibverhalten aller anderen Menschen, die immer alles alleine machen wollen oder glauben zu müssen! Schreiben gilt unter den meisten Nicht-JournalistInnen als eine einsame Tätigkeit, gar Qual. Also, weg damit. „Gründet lieber (Schreib-) Banden!“

2.    Eins nach dem anderen! Oft schauen mich TeilnehmerInnen von Firmen-Seminaren ungläubig an, wenn ich ihnen rate, Schreiben als Prozess zu verstehen und sich die einzelnen Schritte bewusst zu machen. „Das dauert doch viel zu lange…“, meinen sie. Naja, der Wunsch sofort alles richtig hinzuschreiben blockiert leider sehr… Dann erzählt ich immer von den JournalistInnen, wie klar da die Phasen Ideenfindung – Planung/Recherche – Rohtext schreiben – Überarbeiten/Feedback – Korrektorat ablaufen. Ganz normal, jeden Tag. Also: Niemand schreibt sofort druckreif, schon gar nicht Profis.

3.    Story & Aufhänger: Was nun eine gute Story ist, finde ich das spannendste Geheimnis des Journalismus. Wenn ich eine Pressemitteilung konzipiere, zeig ich sie immer Simone. Manchmal sagt sie: „Da ist noch keine Story drin!“ Wie in einem Bauchladen voller Infos ein guter Aufhänger für eine packende Story gefunden werden kann, zeigt Simone in ihrem Seminar. Also, wer lernen will, journalistische Artikel zu schreiben für online-Zwecke, Firmen- Vereinszeitungen und ähnliches und auch die PR von innen heraus verstehen lernen will, komme in ihr geniales Seminar (siehe oben, Start: 18. Feb., Frühbucherpreis bis 3. Feb.!)

4.    Stilistischer Werkzeugkoffer: Dominik erzählte auch, wie wichtig das Feilen an Texten ist. Als junger Journalist wird einem da auch einiges an Lernfähigkeit zugemutet. Niemand kann das gleich, alle können da was lernen: Wie wird ein Text klarer, ein Satz kürzer, ein Einstieg besser. Details dazu verrät Dominik in seinem Seminar „Beauty Case“ im Herbst 2012.

Schreib-Seminare kann frau/man ja meiner Meinung nach nicht genug besuchen. Also flieg ich jetzt mal wieder über den große Teich um Neues zu tanken ;-)

So long, dear writers
Judith Wolfsberger
writers studio

Aktuelll im writers´studio:

Restplätze:
The Art of Memoir with Rebecca Walker: Early registration fee only through February 29th, 2012!
1×1 des Journalismus für Nicht-JournalistInnen: Professionelle Artikel & Presseaussendungen schreiben, Start: 18. Feb. 2012
Flash Fiction, Start: 16.2.2012
Sachbuch schreiben, Start: 23.3.2012

Infoabende:
Mo, 27. Februar 2012, 19 Uhr, Writers Tricks
Mi, 29. Februar 2012 um 19 Uhr, Travel Writing

Schreibtreffs im writers´studio: Einfach kommen. Keine Anmeldung nötig:
Schreib-Fabrik mit Feedback: Enormer Output & stärkende Rückmeldungen. Jeden ersten Montag im Monat, 18-21 Uhr.
Schreib-Café mit Yoga: Move your ass and your pen will follow. Jeden letzten Donnerstag im Monat, 9-12 Uhr
Schreibnacht: Fun-Workshops für Neugierige & Schreibfans. Jeden 1. Freitag im Monat. Jedes Monat ein anderes Thema, angekündigt auf unserer Website.

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