Brief 99: Wo Johanna aus ihren Jugendtagebüchern vorliest… Tagebuchtag-& Slam!

Liebe Schreibende,

am 12. Juni ist Tag des Tagebuchs. Warum genau an diesem Tag? Am 12. Juni 1942 bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag von ihrem Vater ein Tagebuch geschenkt. Ein bloßes Notizbuch, das sie in den folgenden zwei Jahren akribisch füllte, mit dem sie sprach, sich die Zeit im Versteck vor dem NS-Regime erträglich machte, versuchte sich die Welt, diese grausame und auch die banale und die schöne zu erklären. Bis es dann, ja wir wissen es… traurige Berühmtheit erlangte. Am 12. Juni also erinnern wir uns der magischen Kraft des Tagebuchschreibens, nicht nur in der Jugend, aber auch da. Denn am 12. Juni 2022 wird unsere Trainerin Johanna Vedral wieder öffentlich aus ihren Jugendtagebüchern lesen.  Aus diesem Anlass habe ich mit ihr – fast manische Tagebuchschreiberin seit über 40 Jahren (!), Psychologin, Mit-Herausgeberin des Magazins „SchreibRäume“ und Schreibtrainerin in unserem 1-jährigen Lehrgang Journal Writing Methoden (nächster Start Nov. 2022) ein Gespräch geführt. Auf diesem Foto hier seht ihr Johanna als 14-Jährige…

Ich gratuliere dir, du hast am 26. April 2022 beim Tagebuch-Slam in St. Pölten gewonnen! Was ist denn ein Tagebuch-Slam?
Johanna: Bei einem Tagebuchslam lesen Tagebuchschreiber*innen Originalpassagen aus ihren Teenager-Tagebüchern auf einer Bühne vor und erheitern damit das Publikum. Wie auch bei Poetry Slams entscheidet die Lautstärke des Applauses über die Sieger*in des Abends. Es geht bei einem Tagebuchslam aber nicht darum, sich übereinander lustig zu machen, sondern gemeinsam zu lachen und sich selbst wiederzuerkennen.

Ein Tagebuchslam ist eine aufregende Gelegenheit, das eigene jugendliche Ich auf die Bühne zu holen, in liebevoller Begleitung durch mein erwachsenes, reflektiertes Ich. Hier kann ich mutig mein Teenager-Selbst zeigen, aber nicht vorführen, entblößen oder beschämen, sondern mit liebevollem Zwinkern. Das Publikum geht mit und darf beim Zuhören und befreienden Lachen in eigene Erinnerungen eintauchen: „Ja, das kenne ich! Oh Gott, genauso habe ich mich damals gefühlt und ich dachte, nur mir geht es so

Wie fühlt sich das an auf der Bühne aus den eigenen Jugendtagbüchern vorzulesen? Ich kann mir das ja für mich gar nicht vorstellen…
Johanna: Es fühlte sich für mich in keinster Weise wie ein peinlicher Seelenstriptease an, sondern machte mir so großen Spaß, dass ich zwei Wochen später nach St. Pölten fuhr, um meine innere Rampensau gleich noch mal lesen zu lassen. Das Publikum war großartig und ließ mich spüren, dass ich Passagen ausgewählt hatte, mit denen sie in Resonanz gehen konnten. Dank des frenetischen Applauses gewann ich an diesem Abend und sagte Diana Köhle zu, gerne am 12. Juni 2022 wieder im TAG aufzutreten. Das Tagebuchslamfieber hat mich erwischt! So schöne Bühnenerfahrungen mit wohlwollendem begeisterungsfähigem Publikum tun einfach gut.

Spannend, aber ich überleg´s mir noch, ob das was für mich ist. Wie kam es dazu, dass du bei Tagebuch-Slams vorzulesen begonnen hast?
Johanna: 2019 habe ich mich bei Lesungen aus meinem autofiktionalen Roman „Freiheit, du wildes Tier“ schrittweise angenähert, autobiografische Texte auf die Bühne zu bringen. Ich bat Diana Köhle, für das erste Heft der SchreibRäume (Magazin für Journal Writing, Tagebuch und Memoir) einen Beitrag über den Tagebuchslam zu verfassen.
Diana lud mich ein, am 22. März 2020 erstmals auf die Bühne zu kommen… das war der erste Tagebuchslam, der in ein Lockdown-Loch fiel. Einige Tagebuchtexte von mir landeten aber in Dianas Buch „Verliebt (später nicht mehr). Das Beste aus 7 Jahren Tagebuchslam“ (2020). Es folgten einige weitere Verschiebungen, aber am 10. April 2022 war es endlich soweit, und ich las das erste Mal im TAG aus meinen Tagebüchern 1981.  

Seit wann gibt es denn Tagebuchslams?
Johanna: Tagebuchslams gibt es seit 2005: Sarah Brown veranstaltete die erste Cringe Night  in Brooklyn, NY. Im deutschsprachigen Raum starteten  Ella Carina Werner und Nadine Wedel den ersten Diary Slam 2007 in Berlin. Weitere deutsche Städte folgten. Seit 2013 veranstaltet Slammasterin Diana Köhle Tagebuch-Slams in Österreich. Sie formuliert das Motto des Tagebuchslams so: Eine peinlich-lustige Zeitreise in die Abgründe der eigenen und fremden Pubertät. Ehrlich, berührend, schonungslos, betrübt, übertrieben, sehnsüchtig, haltlos und unverstanden. So sind unsere Tagebucheinträge aus dieser wilden und unberechenbaren Zeit des Erwachsenwerdens. Wir lachen nicht übereinander, sondern miteinander.

Slams sind die ja für das intime Genre des Tagebuchs eher eine Ausnahme. Journals sind üblicherweise ein „room of ones´s own“ (Virginia Woolf), den niemand anderer betreten darf. Du bist ja nicht nur Schreibtrainerin und Tagebuchschreiberin seit Jahrzehnten, sondern auch Psychologin. Wie kannst du uns erklären, warum das Schreiben für sich/Journaling derartig befreiend, erleichternd, ja sogar heilsam ist?
Johanna: Auch wenn ich ein paar ausgewählte Passagen aus Teenagertagebüchern vorgelesen habe, ist mir die intime private Funktion eines Tagebuchs heilig, seit über 40 Jahren! (Im Foto ein Teil meiner gesammelten Tagebücher..) Durch diesen Schutzraum/ Möglichkeitsraum konnte ich mir die Person erschreiben, die ich jetzt bin. Auf tausenden Seiten habe ich meine Erfahrungen reflektiert, Entscheidungsprozesse gewälzt, Träume gesammelt, gejammert, geschwärmt, gebeichtet, gelästert, Briefe entworfen, interessante Zitate notiert, Rohtexte für Geschichten geschrieben, Ideen gesammelt, usw. usf.

Schreiben gilt als wichtiger Resilienzfaktor, um schwierige Zeiten zu durchstehen. Im Tagebuch können wir in einem geschützten Raum openmindedness und Flexibilität kultivieren, wir können Dampf ablassen und Klarheit erlangen. In diesem Raum können wir uns ausprobieren, neu erzählen und reflektieren, neue Perspektiven einnehmen und die unausweichlichen Transformationen in unserem Leben vorbereiten. Identität ist ja nichts, das irgendwann fertig ist, sondern ein lebenslanger Selbstgestaltungsprozess: Wir erzählen uns selbst laufend neu. Im Journal schulen wir auch unsere Fähigkeit zur Ich-Distanz und vertiefen Lernerfahrungen durch Metakognition (Nachdenken über das eigene Denken und Lernen). Und ganz nebenbei verbessern wir unseren schriftlichen Ausdruck.

Das hast du super auf den Punkt gebracht. Viva la Tagebuch! Am Tagebuchtag 2022, also am 12. Juni, was wirst du da machen?
Johanna: Ich freue mich darauf, bereits zum dritten Mal auf der Tagebuchslambühne zu stehen, diesmal wieder im TAG Theater in Wien. Da ich auf dieser Bühne schon aus den Tagebüchern 1981 gelesen habe, werde ich neue Passagen heraussuchen, in denen es über Zahnspange, Physikstunden und erste Küsse hinaus geht… Das wird aufregend und wieder meine Komfortzone stretchen :-) Ich freue mich natürlich auch, wenn viele neugierige Menschen in die Gumpendorferstraße 67 kommen, um mit tosendem Applaus das TAG Theater zu rocken! Start 19 Uhr.

Du hast gemeinsam mit Birgit Schreiber und mir unseren phänomenalen Lehrgang „Journal Writing Methoden“ konzipiert. Was ist das Besondere daran für dich? (Start Nov 2022)
Johanna: Im Lehrgang vermitteln wir nicht nur, wie, warum und in welchen Kontexten persönliches Schreiben hilft, sondern auch, wie Journal Writing so angeleitet werden kann, dass es die Tagebuchschreiber*innen für ihre Weiterentwicklung optimal nutzen können. Dabei schöpfen wir aus einer großen Fülle aus amerikanischen und europäischen Methoden, die unsere erfahrenen Trainer*innen in dieser Weise erstmalig für den deutschen Sprachraum aufbereitet haben. Wie in allen unseren Lehrgängen erproben die Teilnehmer*innen eine große Bandbreite an Schreibübungen selbst, z.B. in meinem „Collage Dream Writing“-Workshop wie man sich beim Wechsel zwischen Collagen und persönlichem Schreiben stets auf Neue von sich selbst überraschen lassen kann…

Zum Schluss noch: Was empfiehlst du Menschen, die (fast) noch nie Tagebuch geschrieben haben oder mal eine neue Inspiration brauchen?
Johanna: Schenke dir selbst schöne Momente und beginne mit einer kreativen Liste: Schreib in Stichwörtern schöne Kindheitserinnerungen oder stärkende Erfahrungen untereinander. Danach wähle einen Punkt aus und mach dazu ein Freewriting (10 Minuten). Beginne mit „Ich erinnere mich…“ und lass dich überraschen.

Danke, liebe Johanna, ich hoffe, dass ich am 12. Juni zu deiner Tagebuch-Lesung kommen kann.
Ob Winter oder Sommer, ob Lockdown oder Corona-Pause, ob in Wien oder in New York (Flug ist gebucht!), ob Frieden oder Krieg, ich schreibe jedenfalls weiterhin jeden Tag meine Morgenseiten, mein Visual Diary.
Was schreibst du um deine Welt zu sortieren?

Judith

PS: Kommt zum Zoom-Infoabend für unseren Journal Writing Methoden-Lehrgang am Mi, 22. Juni um 19 Uhr!

PPS: Sommerkurse jetzt buchen: Feministisch journalistisch, Comics/Mangas/Graphic Novels, Kinderbuch schreiben, Roman/Krimi entwickeln, Humor Writing, Life Writing und unsere Retreats im Burgenland, in Retz oder in Wien Margareten.

AKTUELL IM WRITERS´STUDIO

1. Restplätze Mai & Juni für Zoom- & Präsenz-Workshops

2. Vorschau für TIP-Absolvent*innen

3. Kostenlose Infotermine & Infoabende

  • Mi, 8. Juni, 18 Uhr: Zoom-Infoabend zum Lehrgang TIP – Schreibtrainer*in werden
  • Mo, 13. Juni, 19 Uhr: Zoom & Präsenz-Infoabend für den Lehrgang Passion Writing sowie einzelne Seminare aus dem Bereich
  • Mo, 13. Juni, 19 Uhr: Zoom-Infoabend für „Frei Geschrieben“ sowie „Frei Geschrieben für Doktorand*innen
  • Mo, 20. Juni, 19 Uhr: Zoom-Infoabend für den Lehrgang sowie Seminare aus dem Bereich Schreibkompetenz f. Business

4. Schreibtreffs

Fotos: Johanna Vedral

Brief 98: 20 Jahre writers´ studio! 20 Tage „Summe

Liebe Schreibende,

am 3. Juni 2022 wird das writers´studio 20 Jahre alt!

Das möchten wir mit euch feiern und haben uns ein paar Schmankerl überlegt, per Zoom für all unsere Fans in Deutschland, Schweiz, Vorarlberg und Hawaii, aber auch in unseren wunderbaren neuen Räumen in Wien Margareten, die wir wegen Corona noch nicht für größere Feierlichkeiten und Events öffnen konnten.

Also, am 3. Juni beginnen die Goldenen 20erJahre des writers studio. Hier der Plan:

  • Ab 3. Juni 2022: 20 Wochen Instagram-Happenings: Filmchen, Fotos, 20 Schreibtipps, Geschichten über 20 writers studio-Fans etc.
  • 22. Juli 2022: ein goldener Writers‘ Letter mit dem neuen Workshop-Programm  (2022/23)  flattert in eure Postkästen
  • 1.-20. August 2022: 20 Tage Writers‘ Summer Residency in unseren fabelhaften neuen Räumen (wochenweise buchbar) + Lieblings-Workshops zum Jubiläumspreis
  • Do, 22. Sept. 2022: Goldene 20er Jahre Party* im writers´studio
  • Fr, 23. & Sa, 24. Sept. 2022: Open House** mit 20 goldenen, aber kostenlosen Kurz-Workshops vor Ort und per Zoom

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Brief 97 : Warten bis der Frieden kommt

Liebe Schreibende,

„Warten bis der Frieden kommt“ hieß eines meiner liebsten Jugendbücher, eigentlich ein verstecktes „Memoir“ oder wie man heute im deutschsprachigen Raum neuerdings sagt, eine „Autofiktion“. Judith Kerr musste als Kind 1933 mit ihrer Familie vor den Nazis von Berlin über die Schweiz und Frankreich nach London flüchten. Sie ist ihr Leben lang dort geblieben mit all den Wunden und Verwunderungen, zeichnend und später schreibend hat sie ihren Weg gefunden. Ihre autobiographische Trilogie – „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Warten bis der Frieden kommt“ und „Eine Art Familientreffen“ – hat mich durch meine Jugend begleitet, war ein authentischer, berührender und auch inspirierender Beginn meiner lebenslangen Auseinandersetzung mit der Geschichte des NS-Regimes und seinen Folgen.

Für mich waren immer schon Kunst und Literatur der passendste Weg, sich mit Geschichte, erst recht mit Krieg und Trauma, auseinanderzusetzen.Romane wie weiterlesen →

Brief 96 : Die goldenen 20er Jahre?

Liebe Schreibende,

was sind das für Zeiten? Noch ein Corona-Winter? Langsam wird’s unlustig, to say the least. Die Nerven liegen blank. Die Komödiantin Julie Nolke hat nun schon die 6. Folge ihres großartigen Youtube-Videos „Explaining the Pandemic to my Past Self” herausgebracht. Die Julie vom Jänner 2022 erklärt der Julie vom August 2021 was jetzt wieder los ist. Die Jänner-Julie sagt, dass das Skript von Pandemie-Staffel 3 echt schlecht ist. Immer die gleiche Plotline!

Das Skript der Serie „Babylon Berlin“ ist hingegen exzellent, aber ich bin erst bei Staffel 1. Ich tauche seit ein paar Tagen ein in das Berlin der 1920er Jahre. Denn immerhin ist das writers´studio jetzt 20 Jahre alt und ich möchte gerne die „goldenen 20er Jahre des writers´ studio“ einläuten. Doch auch die „goldenen 1920er Jahre“ waren umgeben von viel Schatten, Krankheit, gesellschaftlichen Spannungen der Extraklasse. Zumindest konnten die Leute damals wild abtanzen, denk ich mir neidisch und schau mir immer wieder den Trailer mit der Aufführung des Titellieds von Babylon Berlin an: „Zu Asche zu Staub, dem Licht geraubt…“ , wo sie in goldenen weiterlesen →

Brief 95 : Was wünschen sich Menschen, die gerne schreiben?

Liebe Schreibende,

was wünschst du dir zu Weihnachten? Was wünschst du dir fürs Neue Jahr? 1. Friede, 2. Freude, 3. Eierkuchen? Ja, so ähnlich. Ich wünsche mir 1. eine neue Füllfeder, 2. wunderbare Schreibzeiten im In- und Ausland und 3. rauschende Feste*.

Was wünschen sich Menschen, die gerne schreiben? Notizbücher, Schreibmaterial und … ich denke, vor allem die Möglichkeit zu schreiben, produktive Schreib-Zeit-Räume und inspirierenden Austausch mit anderen Schreibenden. Konsum, habe ich unlängst gelesen, befriedigt (scheinbar) den Wunsch nach Kontakt, nach Erlebnis, nach Auswahl, nach Selbstbestimmung, nach Kommunikation.  Schreibworkshops erfüllen genau diese Wünsche, und zwar und ohne dass dann Konsumgüter unsere Räume zu-cluttern. Schreiben ist nachhaltig, umweltschonend, befriedigend, befreiend, selbstbestimmt und kreativ. Texte und Ideen können die Welt verändern, wie sich gerade an unseren neuen feministischen Schreibworkshops zeigt. Workshoppen statt Shoppen!

Wenn es um Geschenke geht, stellen sich die Fragen: Welche Wünsche kann ich mir selbst erfüllen? Was möchte ich anderen schenken? Und was darf ich mir von anderen wünschen? Hier ein paar Ideen aus dem writers´studio – als Geschenk an dich selbst, an andere oder als Wunsch ans Christkind/die Partner*in/die Oma:

1. Schreibgeschenk klein und fein: das neue Schreibnächte-Programm ist online und ab sofort gibt es Schreibnächte auch im Dreierpack zu buchen.

2. Schreibgeschenk mittel und wunderbar: Schreibreisen /Writers‘ Retreats für 2022: Plane jetzt schon bei deiner Jahresplanung als Goodie das Wissenschaftsretreat in der pannonischen Weite, das Nature Writing in Retz & im Naturpark Thayatal oder das Herbst-Retreat in Venedig ein.

3. Schreibgeschenk groß und nachhaltig: Unsere Lehrgänge mit Start Jänner 2022 schenken ein ganzes Jahr Schreibzeitraum in einer achtsamen und inspirierenden „community of writers“.  Der Lehrgang Passion Writing kommt mit einem Einstieg ins literarische Schreiben (Short Story) und z.B. mit den neuen Workshops Creative Blog, Flash Fiction oder Screenwriting. Den Lehrgang Schreibkompetenz für Business gibt´s z.B. mit Storytelling fürs Business oder den neuen Workshops Sei Heldin! oder Feministisch journalistisch. Viele Module zur freien Wahl!

Wir nehmen gerne eure Wünsche entgegen und verpacken sie in festliches Papier.

Ich persönlich kauf mir vor Weihnachten endlich eine neue Füllfeder beim Miller auf der Mariahilferstraße und buche einen Flug nach Amerika …   in der Hoffnung, dass ich im Februar 2022 endlich wieder rein darf in das Land der Schreibinspiration und meines Memoirs in Progress. Mein Zugticket nach Venedig für Herbst 2022 ist schon gebucht; die überschwängliche Begeisterung der heurigen Retreat-Teilnehmerinnen vom Schreiben in der schönsten Stadt am Wasser hallt immer noch nach. Für die Zeit dazwischen freue ich mich auf viel Schreibzeit mit euch in unseren herrlichen neuen Räumen in der Rechten Wienzeile am Wienschreibfluss bei unseren Lehrgängen, Workshops, Retreats und Feedbackrunden mit und ohne Zoom-Zuschaltung aus aller Welt.

Auf ein gutes Neues, goldenes (Schreib-)Jahr*

Judith

PS: Sag’s weiter! Wenn du jemandem den Lehrgang Passion Writing oder Schreibkompetenz für Business mit Start Jänner/Februar 2022 empfiehlst, bekommst du bei deren/dessen Anmeldung einen Gutschein von € 100,- mit Weihnachtsmascherl  😉 Die Person, die sich anmeldet, soll bitte deinen Namen im Anmeldeformular angeben!

*PPS: 2022 feiern wir ein ganzes Jahr lang 20 Jahre writers´studio. Zu unseren goldenen 20er Jahren dann mehr im nächsten Brief …

PPPS: Die Bilder sind Ausschnitte meiner Jahrescollage 2021. Ich freu mich schon darauf, in Mindwriting zum Jahreswechsel die Collage für 2022 zu basteln. Wenige Zoom-Plätze sind noch frei.

 

AKTUELL IM WRITERS´STUDIO

1. Restplätze im Jänner & Februar:

2. Lehrgänge ab Jänner/Februar

3. Vorschau für TIP-Absolvent*innen

4. Kostenlose Infotermine & Infoabende

5. Schreibtreffs

Fotorechte: Judith Wolfsberger

Brief 94 : Wow, Birgit! Lehrgang, Zeitschrift UND Online-Kongress zu Journal Writing Methoden!

Liebe Schreibende,

schon in den ersten Jahren als selbständige Schreibtrainerin (vor bald 20 Jahren!) habe ich Workshops zum Thema Ideen-Tagebuch/Mindwriting angeboten. Im freien Schreiben nur für meine Augen lag auch immer eine wesentliche Quelle für die Weiterentwicklung des writers´studio. Anfangs waren es Morgenseiten, dann wurde mein tägliches Schreiben zum Visual Diary, immer war es erleichternd, befreiend, inspirierend. Demnächst beginnt wieder – unter der Leitung von Dr. Birgit Schreiber aus Bremen –  unser 1- jähriger Lehrgang „Journal Writing Methoden: Selbstheilung fördern durch Schreiben“. Darin wird ein breites Spektrum an Zugängen und Schwerpunkten durchgespielt. Mit theoretischen Vertiefungen, die sich stark an die amerikanische „Journal Writing Therapy“ anlehnen. Innovativ, bereichernd, vielfältig. Doch das ist längst nicht alles. Birgit Schreiber und Johanna Vedral, die federführend für die Entstehung unseres Lehrgangs waren, haben weiterlesen →

Brief 93 : Schreiben in Venedig, Wien & mit Screenwriter live aus L.A.

Liebe Schreibende,

ich brauche keine Belohnung für das Schreiben, das Schreiben selbst ist die Belohnung. Wenn dann Zeit und Raum da sind und ich sitzen kann und schreibe, dann bin ich happy. Mehr noch: Ich plane diese gemeinsamen Schreibzeiten als Belohnung für andere, mühsame Aufgaben, die ich bewältigen muss, ein.

So ist mein erstes Writers Retreat in Venedig (wer kommt noch mit?) der Lichtblick am Ende von so viel Aussortieren, Packen, Schleppen, Organisieren, Putzen, Verhandeln, Einräumen, Bürokratie, wahnsinnige Kosten, die so eine Umzug mit sich bringt. Ende Oktober, wenn alles geschafft sein wird, dann weiterlesen →

Brief 92 : Open House wird gesendet von unserem neuen Haus!

Liebe Schreibende,

Wir ziehen um! In ein neues Haus! Eine ganze Etage in einem Gründerzeithaus direkt am Wienfluss in Wien Margareten werden wir beziehen. Die beiden Erkerzimmer werden wir demnächst hübsch einrichten als Schreibräume. Ab 30. September finden alle Seminare dort statt.

Die Erkerzimmer rufen schon. Gestern bin ich mit dem Rad von der Pramergasse, wo das writers´studio nun über 10 Jahre lang residiert hat, durch die Wiener Innenstadt den Wientalradweg entlang gefahren und hab Halt gemacht bei der coolen neuen Holzterrasse über dem Wienfluss in der Nähe der U4-Station Pilgramgasse, auf der junge Leute am lauen Spätsommerabend saßen und plauderten. Und ich sah in der Ferne  – bei Sonnenuntergang über dem Wienfluss (Schreibfluss!), über der Wienzeile (eine lange Zeile, die wir vollschreiben werden) und über der U4, auf die wir von oben schauen werden  – einen der beiden Türme unseres neuen, sehr urbanen Schreib-Hauses. Das Erker-Turm-Zimmer schien zu rufen: „Kommt und schreibt hier!“ weiterlesen →

Brief 91 : Wiener Grant auf Urlaub geschickt

Liebe Schreibende,

mit Schrecken stelle ich fest, dass mein letzter Brief an euch im März rausging. Wie kann das sein? Wir haben so so so viel gearbeitet, um das Jahresprogramm 2021/22 zu konzipieren und zu organisieren, den writers’letter zu texten und zu gestalten, alles im Schaukeln und Schreiben zu halten..  Uff! Ole! Juchey! Nun ist fast alles im Kasten, der writers´letter geht dieser Tage per Post an euch raus. Die allermeisten Seminare und Lehrgänge des nächsten akademischen Jahres sind weiterlesen →

Brief 90 : Writing Teachers Club Vienna!

Liebe Schreibende,

unlängst fragte mich ein älterer Soziologe, den ich zufällig traf, ganz erstaunt, was denn bitte am wissenschaftlichen Schreiben schwer sei und was ich denn da bitte lehre? Oh my … Wenn´s um die Lehre anderer Textsorten geht, wie z.B. Essay Writing, gibt es von Fachfremden ohnhin nur mehr Kopfschütteln, im besten Fall neugierige Fragen. Ähnlich wie beim Schreiben tut es beim Schreibenlehren so gut, sich mit anderen auszutauschen, die das gleiche tun. Und nicht immer von Anfang an erklären zu müssen, was frau da eigentlich tut. Noch besser als mit einer Kollegin mal zwischen Tür und Angel über Seminarsituationen zu quatschen wäre natürlich eine kreativ und liebevoll angeleitete, gemeinschaftliche Reflexion. So dachte sich das auch Eva Kuntschner, langjährige Trainerin im writers´ studio. Sie ist nun auch ausgebildete Supervisorin mit besonderem Fokus auf  Schreibtrainer*innen. Yeah! Das writers´studio hat ja mittlerweile über 100 Schreibtrainer*innen im TIP ausgebildet und ab April 2021 startet unter der Leitung von Eva Kuntschner unser

Writing Teachers Club Vienna

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