Brief 65: Die Angst der Schreibenden vor dem Pinsel oder Arizona Desert Garden

Dear writers,

 

in Arizona ist mir klar geworden, dass es nicht nur die Angst der Schreibenden vor dem leeren Blatt gibt. Es gibt auch, und meist noch tiefer versteckt, die Angst vor der Farbe, dem Pinsel, der Schere, dem Uhu! Endlich kapiere ich: „Visual Diary“ oder „Sketchbook“ und auch „Malen“ oder „Zeichnen“ sind, so denke ich, für viele Angstwörter. Ähnlich wie „Gedicht schreiben“ oder „Goethe“.

Als ich im Februar am „Women´s Writing Circle“ von Kathleen Adams in einem phantastischen „Desert Garden“ am Rande von Phoenix teilgenommen habe, hab ich – ohne es zu beabsichtigen oder bemerken – diese Runde von vielschreibenden Frauen („Journal Writing“) zum Pinsel gebracht. Wie?

Beim Schluss-Feedback schrieb mir die
Teilnehmerin Cathy aus Alaska auf einem Zettel in meine Mailbox (ein Kuvert, das jede vorbereitet hatte für Briefchen der anderen!):

„What a special treat it was that you shared your process with us through revealing your small journal and its lovely artful soul! It instantly inspired me to incorporate my art with my words – to grab my watercolors without fear of not being a „real“ artist myself!“

„Kay“, so der Kurzname der glorreichen Leiterin dieses Retreats, Autorin und Gründerin des Instituts Center for Journal Therapy K. Adams, hatte am ersten Seminartag jeder Teilnehmerin Weiterlesen

Brief 63: ein Buch basteln und schreiben an nur einem Wochenende

Dear writers,

letztes Wochenende sagte Gabi, die oft im writers´ studio ist, zu mir mit einem Infoblatt in der Hand: „Hey, was ist das denn für ein Seminar… „Book Art“? Ist das neu im Programm?“  

„Ähm, nein, das haben wir seit Juni 2017 angekündigt, wohl ein bissl zu versteckt. Es wird von einer so coolen Amerikanerin gehalten! Sie reist extra aus Santa Fe an. Der Workshop ist eine Mischung aus Mini-Memoir, Collage und Book Art.“
„Wow! Das hab ich komplett übersehen. “
Weil offenbar viele das Seminar in unserem übervollen Programm übersehen haben und Victoria gerade in Wien gelandet ist, stell ich Euch nun kurz vor was „Book Art“ ist, worum´s in dem Seminar geht und warum Victoria neuerdings so gern nach Wien kommt.

1. Johanna Vedral hat Victoria auf einer Konferenz in den USA kennengelernt, bei der sie im Rahmen ihrer Dream Collage-Aktivitäten war und sie nach Österreich eingeladen. Denn Victoria Rabinowe ist die Tochter österreichischer Emigranten. Ihre Eltern hatte eine Konditorei am Graben und mussten vor den Nazis fliehen. Nun, als sehr energetische ältere Dame, beginnt die Textilkünstlerin, Book Artist und Autorin den Herkunftsort ihrer Eltern zu erkunden. Und wir sind so froh, sie dabei begleiten zu dürfen. Voriges Jahr hielt Victoria quasi spontan im writers`studio einen Workshop zu „Dream Collage Poetry“, bei dem v.a. TrainerInnen des writers´studio teilnahmen. Es war phantastisch. Wir beschrieben je einen Nachttraum auf ganz neue Weise, collagierten, skizzierten und verwandelten schließlich die Botschaften des Traumes in ein Gedicht. Und nun ist Victoria wieder Wien. Welcome!

2. Wir hatten uns von Victoria für 2018 ein Seminar zum Thema „Book Art“ gewünscht. Santa Fe ist ja nicht nur ein künstlerisches Zentrum Amerikas, es ist quasi eine Hauptstadt der Book ArtistsNur was ist „Book Art“, zu Deutsch das „Künstlerbuch“? Nun, es geht um Bücher als Kunstobjekte, die aus allen möglichen und unmöglichen Materialien hergestellt werden. Oftmals aus gefaltetem Papier, beklebt, beschnitten, beschrieben. Manchmal geht es auch um die Neugestaltung eines normalen fertigen Buches, als Schatzkiste oder Basis für eigene Kunst und und und. In New York und Minnesota gibt´s sogar kleine eigenen Museen für Book Art, The Center for Book Art und das MCBA naturgemäß mit reichhaltigem Workshop-Programm. In Wien findet übrigens in der Berggasse in der kleinen-feinen Galerie „Druck & Buch“  gerade eine Ausstellung zu Künstlerbüchern statt.

3. Worum geht´s nun in Victoria’s Seminar (nächstes Wochenende!)?
Es ist eine geniale Mischung aus Memoir/Life Writing und Poetry und Collage und Buchkunst. Du schaust dir dein eigenes Leben unter der Metapher eines Flusses an: Wo ist die Quelle, wo ist es gut geflossen, wohin geht der Fluss? Am Ende hältst du ein kleines künstlerisches Lebens-Büchlein in der Hand und hast geschrieben, geschnitten, geklebt, gemalt und deiner Seele Gutes getan. Ich mach mit and I am so excited!
Jedenfalls gibt es für das Seminar „My Life is a River – Collage, Writing & Book Art“  mit dream artist & writer Victoria Rabinowe aus Santa Fe noch 3 Restplätze. Wegen bisheriger versteckter Ankündigung unsererseits gilt weiterhin der Frühbucherpreis.

4. Zum Schluss noch weitere good Book-News: Mein Buch ist soeben in Druck gegangen! Der finale Titel lautet nun „Schafft euch Schreibräume! Weibliches Schreiben auf den Spuren Virginia Woolfs. Ein Memoir“ (Böhlau Verlag). Es wird ab ca. Mitte März 2018  im Buchhandel erhältlich sein. Eine Einladung zur Buchpräsentation (Do, 8. März 2018!) erfolgt in Kürze.

Happy New Writing & Book Year!

Eure Judith Wolfsberger

PS: Ab Ende Februar wird es eine eigene Website zu meinem neuen Buch geben, inklusive eines Blogs zum Thema „Feministische Schreibpraxis“! Ich arbeite gerade daran …

 

AKTUELL IM WRITERS´STUDIO

1. Restplätze
My Life is a River – Collage, Writing & Book Art mit dream artist & writer Victoria Rabinowe aus Santa Fe (Kurssprache Englisch). Start: Fr, 26. Jän.
Visual Diary – Tagebuchschreiben vertiefen durch Kritzeln, Malen, Kleben & Doodlen. Start: Fr, 23. März
Collage Dream Writing – Mit Schnipseln aus Zeitschriften ins Unbewusste eintauchen, Geschichten aus der Tiefe schreiben. Start: Fr, 30. März
Geniale Textbausteine für Facebook, Blogs & Co – Ideenfindung und Schreibprozesse für Social Media. Start: Di, 23. Jänner (für Kurzentschlossene!) sonst ab Mo, 7. Mai
Frei Geschrieben INTENSIV – Studium abschließen mit Schwung & Strategie. Mit neuen Methoden wissenschaftliches Schreiben knacken. Start: Sa, 24. Februar

2. Seminarpakete
NEU!! Seminarpakete aus „Texten im Beruf“: 3 Seminare zum Sonderpreis. Mehr Infos gibt’s hier am Infoblatt oder im Blogmail „Brief 62“!

3. Kostenlose Infoabende
Di, 23. Jänner, 19.30 Uhr: zum Seminar „Frei Geschrieben
Mi, 7. März, 18 Uhr: zu allen Seminaren aus dem Bereich Passion Writing
Di, 13. März, 19.30 Uhr: zum Seminar „Frei Geschrieben
Mi, 14. März, 19.30 Uhr: zu allen Seminaren aus dem Bereich Texten im Beruf

4. Jede Woche ein Schreibtreff im writers´studio:
Schreibnacht: Jeden 1. Freitag im Monat.
1-Day Retreat mit Frühstück: Jeden 2. Montag im Monat.
Schreib-Fabrik mit Friendly Feedback: Jeden 3. Montag im Monat.
Schreib-Café mit Easy Yoga: Jeden 4. Donnerstag im Monat.
Schreibsonntag: 1 x im Quartal, nächster Termin: 25. März

Copyright Fotos & Fotoausschnitte: Victoria Rabinowe

Brief 61: FÜR TherapeutInnen, Uni-AbsolventInnen, LebenskünstlerInnen, SachbuchautorInnen, Multitasker…

Dear writers,

Grüazi liebe TherapeutInnen, Coaches, schreibaffine Uni-AbsolventInnen, LebenskünstlerInnen, SachbuchautorInnen, Multitasker im Job, Selbstständige und GeschichtenerzählerInnen!

Vorige Woche war ich im sonnigen Bern. Parallel dazu, die allerletzten Korrekturen für mein 2. Buch „Schafft Euch Schreibräume!“ einzugeben, hielt ich an der Uni Bern ein Seminar über innovative Schreibgruppen und geteilte Schreibräume. „Create shared writing spaces!“ – das ist die neue Strategie um Schreibprozesse freudvoll und produktiv zu gestalten.
Auch in unseren 5 (!) 1-jährigen Schreiblehrgängen geht es darum, das Schreibhandwerk zu vertiefen und eine writers´ community aufzubauen. Also, wer will unter die Haube?
In letzter Zeit ist die Frage aufgetaucht, für WEN GENAU die jeweiligen Lehrgänge am besten geeignet sind?

Zuerst die kurze Antwort, dann die lange.

1. Für TrainerInnen, TherapeutInnen & Coaches: New Diary Lehrgang
2. Für schreibaffine UniabsolventInnen und Menschen mit schreibendem Beruf: SchreibtrainerInnenausbildung
3. Für Schreibende mit extraspannendem Weiterlesen

Brief 59: Pleasure-Tabletts, Punk-Tusche & Ugly Art: Visual Diary

Dear writers,

davVisual Diary ist nicht nur meine neue Leidenschaft, fast jeden Tag sitze ich in der Früh im Bett und lass die Farbe über meine Tagebuchseiten fließen, vor, nach und während des Schreibens. Visual Diary ist auch eine Liebesbeziehung zwischen Text und Farbe, Sprache und Bild, Füllfeder und Pinsel, Kuli und Collage. Es gibt dreierlei Menschen, die davon profitieren können:

1. Die Tagebuchfans, Morgenseiten-SchreiberInnen, die schon Stöße von Notizbüchern mit Handschrift gefüllt haben. Sie können mit dem visuellen Element eine neue Tiefe, eine frische Quelle, ein phantastisches spielerisches Element dazu gewinnen.

2. Gibt´s die künstlerisch, bildnerisch geprägten Menschen, die manchmal auf Kriegsfuß mit dem Schreiben stehen. Für sie ist das Visual Diary der Königsweg zum Text, zum freien, eigenen Schreiben, Weiterlesen

Brief 51: Schreiben am 24. Dez. & 1. Jänner!

Liebe Schreibende,

brief-51-klwenn ich an etwas glaube, dann an die Magie des freien Schreibens. Tiefe, oft kaum denkbare Wünsche und Ideen purzeln da hervor. So schau ich fast täglich auf meine Jahrescollage für 2015, die innen auf meiner Kleiderkastentür hängt. Jetzt gegen Jahresende, sehe ich wieder einmal mit Staunen, was sich alles davon verwirklicht und mich gleichzeitig überrascht hat.

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Brief 45: Collage Dream Writing: Kommunizieren mit inneren Bildern

Liebe Schreiber_innen,
collage-1„I am the one who…“ wäre ein Satzanfang zu einer selbstgebastelten Collage-Karte, wie sie in Johanna Vedrals „Collage Writing“-Seminar (30./31.Jänner)angefertigt werden. Da werden innere Personen sichtbar, mit denen schreibend in Dialog getreten werden kann. Schreiben und „bildern“ öffnet Türen ins Unbewusste, Visionäre…

Die writers´studio-Trainerin, Psychologin & Kunsttherapeutin Johanna Vedral hat immer schon sehr viel Tagebuch geschrieben und beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit Collagen und Träumen. Dabei geht es eher darum, mit Träumen und Collagen schreibend zu kommunizieren anstatt sie zu deuten. Also Dreamplay statt Dreamwork. Was ist, fragte ich sie, „Soul Writing“? Und „Lucid Writing“? Hier ein Interview mit Weiterlesen

Brief 34: What the hell is Soul Writing?

Liebe SchreiberInnen,

welcome-to-writingJane Brunette schickt gratis soul-inviting prompts as inspiration to freewrite” aus. (writingfromthesoul.net) Also Anregungen für von allen Ansprüchen losgelöstes Schreiben, nur für die eigenen Augen gedacht (!), das innere Türen öffnet: In die Tiefe und in die Weite. Soul Writing ist ein Spiel in den Tiefen der Psyche, des Erlebens, Lebens und Gestaltens des eigenen Lebens. Gewissermaßen „Magie“, weil durch das Aufschreiben, im freien Fluss sich ganze neue Landschaften kreativer Möglichkeiten ergeben. Einstieg könnte z.B. eine Collage aus Schnipseln sein Weiterlesen

Brief 26: Heute ist Tagebuchtag!

Liebe SchreiberInnen,

brief26meine beste Tagebuch-Zeit ist vier Uhr früh. Kein Scherz. Nein, ich stell mir keinen Wecker und ich mach das auch nicht jeden Tag/Nacht 😉 Aber oftmals wache ich auf, versuche eine Weile krampfhaft wieder einzuschlafen, bis ich mich schließlich, endlich, glücklicherweise dazu aufraffe, mich leise aus dem Schlafzimmer zu schleichen. Ich mach mir eine Tasse Tee, zünde in meinem Arbeitszimmer eine Kerze an und dann… ja, dann, geht’s mir augenblicklich gut. Ganz egal, wie verquirkst, banal oder hochtrabend meine Gedanken sind, die ich dann aufschreibe. Weiterlesen

Brief 2: The Power of Mindwriting

Lieber Peter, liebe Schreibende,

die Innovationskraft von Microsoft & Apple sind im Vergleich zu der von „Freewriting“ eine Kleinigkeit. So sprach mein Mann unlängst, als ihm beim Schreiben wieder mal ein Licht aufging. Auf einmal geht eine Tür im Kopf auf, ein scharfer, strahlender, neuer Gedanke fließt aufs Papier. Weiterlesen